Detmold. Unter dem Motto „Krise trifft Behinderte“ trafen sich im September auf Einladung des AGA e.V. Führungskräfte aller lippischen Integrationsbetriebe und Behindertenwerkstätten zu einem Workshop im Orbker Hof. AGA-Vorsitzender Walter Kern begrüßte darüber hinaus mit Michael Schneider und Hedwig Schlüter zwei Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Integrationsamt Münster sowie den stellvertretenden Leiter der Detmolder Agentur für Arbeit Hanspeter Stegh und Rainer Dubbert, Teamleiter Rehabilitation und Schwerbehinderte in der Detmolder Arbeitsagentur.
Im Rahmen des Workshops wurde schnell deutlich, dass die Folgen der Wirtschaftskrise längst auch in den Integrationsbetrieben und Behindertenwerkstätten der Region angekommen sind. So verspüren nach einer Erhebung des LWL mehr als ein Drittel der befragten Integrationsbetriebe deutliche bis sehr große Auswirkungen auf ihre Unternehmen. Sieben von 50 befragten Integrationsbetrieben mussten im ersten Halbjahr 2009 Kurzarbeit anmelden. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich als weiteres Indiz für die konjunkturelle Abschwächung die Zustimmungsanträge für betriebsbedingte Kündigungen schwerbehinderter Menschen von 50 auf nunmehr 60 Prozent. Auch in den Werkstätten sind die Umsatzzahlen rückläufig. Die Spanne reicht hier von wenigen bis zu 40 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Mit der Folge, dass in nahezu der Hälfte aller Fälle Mitarbeiterlöhne gesenkt werden bzw. man sich der gesetzlichen Lohnrücklage bedienen musste, um das Lohnniveau zu halten.