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08.10.2009
AGA e.V.: "Krise trifft Behinderte"
Workshop auf dem Orbker Hof

Detmold. Unter dem Motto „Krise trifft Behinderte“ trafen sich im September auf Einladung des AGA e.V. Führungskräfte aller lippischen Integrationsbetriebe und Behindertenwerkstätten zu einem Workshop im Orbker Hof. AGA-Vorsitzender Walter Kern begrüßte darüber hinaus mit Michael Schneider und Hedwig Schlüter zwei Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Integrationsamt Münster sowie den stellvertretenden Leiter der Detmolder Agentur für Arbeit Hanspeter Stegh und Rainer Dubbert, Teamleiter Rehabilitation und Schwerbehinderte in der Detmolder Arbeitsagentur.

Im Rahmen des Workshops wurde schnell deutlich, dass die Folgen der Wirtschaftskrise längst auch in den Integrationsbetrieben und Behindertenwerkstätten der Region angekommen sind. So verspüren nach einer Erhebung des LWL mehr als ein Drittel der befragten Integrationsbetriebe deutliche bis sehr große Auswirkungen auf ihre Unternehmen. Sieben von 50 befragten Integrationsbetrieben mussten im ersten Halbjahr 2009 Kurzarbeit anmelden. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich als weiteres Indiz für die konjunkturelle Abschwächung die Zustimmungsanträge für betriebsbedingte Kündigungen schwerbehinderter Menschen von 50 auf nunmehr 60 Prozent. Auch in den Werkstätten sind die Umsatzzahlen rückläufig. Die Spanne reicht hier von wenigen bis zu 40 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Mit der Folge, dass in nahezu der Hälfte aller Fälle Mitarbeiterlöhne gesenkt werden bzw. man sich der gesetzlichen Lohnrücklage bedienen musste, um das Lohnniveau zu halten.

In der anschließenden Diskussion versicherten Integrationsamt und Arbeitsagentur gerade in der jetzigen Situation an der bisherigen Förderpraxis festhalten zu wollen. Darüber hinaus wurde Bereitschaft signalisiert, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten auch unkonventionelle Wege zu beschreiten, um Struktur und Vielfalt der Integrationsbetriebe und Werkstätten zu erhalten. Dazu gehört auch die Idee, am 24. März 2010 eine Messe unter dem Titel „Unternehmen tun gutes!“ in der Halle Münsterland zu veranstalten. Zum ersten Mal wird sich hier für eine breite Öffentlichkeit die Gelegenheit ergeben, die verschiedenen Integrationsbetriebe und ihre Leistungen auf einem lebendig gestalteten Forum direkt kennen zulernen.

Seitens der beteiligten Unternehmensvertreter bestand Einigkeit, sich künftig regelmäßig mit dem Ziel auszutauschen, ein integratives Netzwerk zu schaffen. Die sich daraus hoffentlich ergebenden Synergieeffekte sollen zum Erhalt der Arbeitsplätze von schwerbehinderten, aber auch zahlreichen gesunden Mitarbeitern in den lippischen Integrationsbetrieben und Werkstätten genutzt werden.

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