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08.02.2010
Ein Lebensraum zum Anfassen
Die Wanderausstellung "Wasser im Fluss" ist in der Sparkasse Schlangen zu sehen

Schlangen (mai). Jens Vespermann zieht an einem dünnen Stahlseil und befördert einen roten Gummistiefel zu Tage. »Das alles haben unsere Leute tatsächlich im Gewässer gefunden«, sagt der Projektleiter. Das Angelspiel ist ein Teil der Ausstellung »Wasser im Fluss«, die noch bis Ende Februar in der Sparkasse zu sehen ist.

Gebaut haben das Spiel die Mitarbeiter des gleichnamigen Beschäftigungsprojektes der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (Aga). Sie haben auch an der Strothe in Kohlstädt und Schlangen bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen durchgeführt, die dazu beitragen sollen, den Bach wieder in einen möglichst naturnahen Zustand zurückzuversetzen.
Was bereits umgesetzt wurde, was noch geplant ist und welches Konzept hinter diesen Maßnahmen steht, erfahren die Besucher der Ausstellung. »Ich hoffe, dass viele Menschen die Gelegenheit nutzen, sich hier aus erster Hand zu informieren«, sagte Bürgermeister Ulrich Knorr bei der Ausstellungseröffnung. Es habe in den vergangenen Monaten viele Diskussionen um die Maßnahmen gegeben, die nicht immer zielführend gewesen seien.
Die Ausstellung besteht aus drei wesentlichen Elementen. Zum einen gibt es mehrere überdimensionale Poster mit Informationen über das Projekt im Allgemeinen und die speziellen Maßnahmen in Schlangen. Auf vielen Fotos wird gezeigt, was jetzt zurückgebaut werden soll und wie Alternativen aussehen, um die Gewässer für ihre Bewohner wieder durchgängig zu machen.
Zudem gibt es einen interaktiven Teil, bei dem die Besucher über einen Touchscreen viele Informationen, zum Beispiel über die verschiedenen Tiere und ihre Lebensräume im und am Gewässer, abrufen können. Dazu gibt es viele Bilder und kleine Filme.
In einem dritten Teil dürfen die Gewässer auch angefasst werden. Zwar gibt es kein Wasser in den Tastboxen, doch die unterschiedlichen Sedimente können erfühlt werden. In einer Müllinstallation, die die Aga-Mitarbeiter ebenfalls selbst entworfen und umgesetzt haben, ist ähnlich wie beim Angelspiel zu sehen, was sie alles in den Bächen entdeckt haben.
Für Jens Vespermann ist das Projekt »Wasser im Fluss« nach fünf Jahren bereits ein voller Erfolg. Sowohl für die Gewässer sei viel erreicht worden, als auch für die Mitarbeiter des Beschäfigungsprojektes. »Allein im vergangenen Jahr konnten wir fünf von unseren Leuten wieder einen festen Arbeitsplatz vermitteln«, sagte er.
Projekt »Wasser im Fluss«
»Wasser im Fluss« ist ein Beschäftigungsprojekt zur naturnahen Gestaltung von Fließgewässern im Kreis Lippe. Die Finanzierung erfolgt zu 80 Prozent über Zuwendungen des Landes. Die restlichen Mittel bringen die teilnehmenden Kommunen, der Kreis Lippe und die Agentur für Arbeit auf. Neben Schlangen sind Bad Salzuflen, Blomberg, Detmold, Dörentrup, Extertal, Horn-Bad Meinberg, Lage, Lemgo, Leopoldshöhe und Lügde beteiligt. Für die zielgerichtete naturnahe Entwicklung der Gewässer haben die Teilnehmer-Kommunen Konzepte erstellt, auf deren Basis alle Maßnahmen geplant und umgesetzt werden.

Quelle: Schlänger Zeitung vom 05.02.2010

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